Einsprüche gegen Biogasanlage übergeben

LAUTERSHEIM: Hunderte Bürger gegen Biogas-Anlage-               Am 21. Juni hat Göllheimer Rat das Wort

Der Widerstand gegen die geplante Biogasanlage in Göllheim geht weiter.

Nachdem bereits der Lautersheimer Gemeinderat gegen die Gasanlage votiert hatte, wurden nun mehrere hundert Einsprüche von Bürgern aus Lautersheim und anderen Orten an Vertreter der Verbandsgemeinde Göllheim übergeben. Die Lautersheimer hätten ihre Einwände gegen den „Bebauungsplanentwurf Biogasanlage in Göllheim” im Laufe der letzten Wochen schriftlich fixiert und bei ihren Ratsmitgliedern eingereicht, berichtet der Lautersheimer Bürgermeister Thomas Mattern. 

 

Am gestrigen Freitag, dem letzten Tag der Einspruchsfrist, übergab er die Schreiben der Göllheimer Verbandsgemeindeverwaltung.  

 

Mattern rechnet mit ungefähr 800 Einsprüchen gegen die Biogasanlage.

 

Davon hat er 321 überbracht, 286 von Lautersheimer Bürgern und 35 von Bürgern, die sich mit ihren Einwänden an die Lautersheimer Räte gewandt hatten.

Die Bürgerinitiative „Pro Göllheim” hatte am Mittwoch 171 Widerspruchs-Schreiben gemeldet.  

Aus Biedesheim seien rund 135 Proteste eingegangen, und viele Bürger hätten ihre Widerspruchs-Schreiben selbst bei der VG-Verwaltung abgegeben, so Mattern.


„Die Zahl der Kritiker der Biogasanlage ist in den vergangenen Wochen immer größer geworden”, glaubt der Lautersheimer Bürgermeister.

Nicht zuletzt die anhaltende Trockenheit im Mai habe viele Befürworter unter den Bauern zum Umdenken veranlasst. Diese Wetterkapriole hätte größere Ernteeinbußen zur Folge.  

Eine Missernte wiederum werfe für dieLandwirte Probleme auf, ihre vertraglich mit den Betreibern der Biogasanlage vereinbarten Liefermengen zu erfüllen, so Mattern.

 

Auch der Erste Beigeordnete in Lautersheim, Ulli Bauer, der auf einer Internetseite Argumente gegen die Anlage sammelt, äußerte sich in einer Stellungnahme kritisch: Er befürchtet unter anderem ebenfalls negative Auswirkungen für die Bauern und eine starke Zunahme des Schwerlastverkehrs.  

Außerdem handle es sich um eine Industrieanlage,die folglich auch in ein Industriegebiet gehöre.


Mattern hofft, dass die Göllheimer Gemeinderatsmitglieder in ihrer Sitzung am 21.Juni bei ihrer Abstimmung über den Bebauungsplan, der die Errichtung der Biogasanlage ermöglicht, die Einwände der besorgten Bürger ernst nehmen und bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen.

 

Sollten die Göllheimer Räte dem Bebauungsplan zustimmen und auch die Kreisverwaltung den Bau der Anlage genehmigen, so erwägt der Lautersheimer Bürgermeister, bei einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats, juristische Schritte einzuleiten.  

Mit einem Normenkontrollantrag beim Verwaltungsgericht könnte die Gemeinde Lautersheim die Rechtmäßigkeit des Bebauungplanes überprüfen lassen. Neben der Gemeinde könnten auch alle Betroffenen, denen ausdem Betrieb der Anlage Nachteile entstünden, Klage erheben, soMattern. (kaib)

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.129, Datum:Samstag, den 04. Juni 2011, Seite:Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '7752438'  

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