Verfahren geht weiter

Göllheim: Juwi gelassen trotz Ankündigung einer Klage aus Lautersheim


Wie ist der Stand der Dinge in Sachen Biogasanlage Göllheim, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Nachbargemeinde Lautersheim dagegen klagen will?  Wir haben die Betreiberfirma Juwi gefragt.


 

Auf Göllheimer Gemarkung soll demnächst eine Biogasanlage gebaut werden. Das will das Wörrstädter Energieunternehmen Juwi, und das will auch mehrheitlich die Gemeinde Göllheim (wir berichteten). Nachdem sämtliche Einwände der Anlagengegner im Rahmen einer Mammutsitzung des Gemeinderats an zwei Abenden verlesen, beantwortet und verworfen worden waren, dürfte dem Projekt eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Wenn da nicht die Nachbargemeinde Lautersheim wäre. Sie will zum Äußersten greifen und eine Normenkontrollklage erheben.


 

Bei Juwi gibt man sich gelassen - und macht ungerührt mit der Planung weiter. „Der Genehmigungsantrag liegt der Kreisverwaltung vor.Nachdem der Bebauungsplan beschlossen wurde, kann das Genehmigungsverfahren weitergeführt werden”,

so PressesprecherFelix Wächter auf Anfrage der RHEINPFALZ. In den kommenden ein bis zwei Wochen erwarte das Unternehmen die Rückmeldung der Genehmigungsbehörde. Man rechne mit zusätzlichen drei bis vier Wochen, um mögliche offene Fragen zu bearbeiten. Von der Entscheidung der Gemeinde Lautersheim, den Rechtsweg zu beschreiten, sei man nicht überrascht - „aber doch sehr enttäuscht”, so Wächter. Allerdings glaubt das Unternehmen nicht an einen Erfolg der Klage: „Bereits im Rahmen des Abwägungsverfahrens haben wir stets darauf hingearbeitet, eine Klage zu vermeiden und den Prozess deshalb möglichst sauber abgearbeitet. Aus diesem Grund sind wir zuversichtlich.” Lautersheim habe sich wohl verkalkuliert - im Wortsinn: „Nach unserer Auffassung sind die Kosten für die Klage eine unnötige Belastung der Gemeindekasse. Für diese zusätzlich anfallenden Kosten könnten sicherlich auch sinnvollere Verwendungen gefunden werden.”

 

Planungsbedarf besteht offenbar auch noch, was das Beschickungsmaterial angeht. Hier suchte Juwi vor kurzem noch per Anzeige in der RHEINPFALZ nach Bauern, die Zuckerrüben für die Anlage anbauen wollen. An dem Gerücht, Juwi habe noch nicht die zur Beschickung der Anlage erforderliche Zahl an Beschickern, sprich: Landwirten, zusammen, sei aber nichts dran, so Juwi-Sprecher Felix Wächter. Bereits im Rahmendes Bebauungsplan-Prozesses habe Juwi offen angesprochen, dass zu diesem Zeitpunkt erst rund 60 Prozent der benötigten Substratmengen gesichert gewesen seien. „Nach der Klärung des Bebauungs-Plans sind wir die Sicherung der restlichen 40 Prozent angegangen. Für uns ist das eine übliche Vorgehensweise”, so Wächter. Im übrigen sei bereits jetzt gesichert, dass ausreichend Substrate vorhanden seien.„Wir stimmen lediglich die wirtschaftlichen Parameter ab.”

Auch sei es keine Neuigkeit, dass für die Anlage Zuckerrüben benötigt würden: „Zuckerrüben als ,Komplettrübe' waren immer eine  Alternative zu Mais.” In der Abwägung habe Juwi bereits zugesichert, einen möglichst breiten Substratmix einzusetzen, um einen überproportional hohen Anteil an Mais zu vermeiden. Insofern wirke der Einsatz von Zuckerrüben einer (von den Gegnern oft beschworenen) Mais-Monokultur entgegen. Mit dem Einsatz von Zuckerrüben - übrigens keinen Rübenpressschnitzeln, die seien weiterhin keine Alternative -, erfülle das Unternehmen daher sein Versprechen, den Substratmix zu erweitern und zu diversifizieren.


„Der Substratmix wird sich im Laufe der Betriebsjahre immer wieder im Rahmen der verfügbaren, landwirtschaftlichen Erzeugnisse verändern”,so Wächter weiter. Lediglich Abfälle jeglicher Art seien ausgeschlossen. (ajh)

 

Quelle:
Verlag:DIE RHEINPFALZ
Publikation:Unterhaardter Rundschau
Ausgabe:Nr.237
Datum:Mittwoch, den 12. Oktober 2011
Seite:Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer:'8206169'
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