„An Nachteilen ändert sich wenig”

INTERVIEW: Lautersheims Bürgermeister Thomas Mattern zum Energiepark

LAUTERSHEIM. Die geplante Biogasanlage zwischen Göllheim und Lautersheim soll zu einem Energiepark erweitert werden.

Der Göllheimer Gemeinderat stimmte vergangene Woche einer Änderung des Bebauungsplans zu.

Die Gemeinde Lautersheim hatte gegen die ursprünglichen Pläne eine Normenkontrollklage angestrengt.  

Wir haben den Lautersheimer Bürgermeister Thomas Mattern (SPD) gefragt, was die veränderte Ausgangslage für seine Gemeinde bedeutet.  

 

Herr Mattern, haben die neuen Göllheimer Pläne etwas an Ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Projekt geändert?

 

Den Einstieg in das Thema Windgas befürworte ich. Aber nach wie vor will man an dem Bau einer Agro-Methangas-Anlage festhalten. Das lehne ich immer noch ab. Obwohl man den Radius, aus dem das Substrat angeliefert werden soll,mittlerweile verdreifacht hat, ist die erforderliche Substratmenge noch nicht kontraktiert. Die meisten Landwirte haben verstanden, dass sie für ihre Erzeugnisse mehr Geld bekommen, wenn sie diese nicht in eine Biogasanlage einliefern. Bereits nach einem Jahr mit mehr Maisanbau gibt es verstärkt Probleme mit Wildschweinen.

 

Was bedeutet die Göllheimer Entscheidung fürdie Lautersheimer Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan?

 

Es handelt sich ja um eine Änderung des Bebauungsplans. Inwieweit Formfehler bei der ursprünglichen Erstellung des Bebauungsplans noch auf die geänderte Version ausstrahlen oder ob diese geheilt werden, sind juristische Details. Was das für die Normenkontrollklage bedeutet, werden wir mit unseren Anwälten klären. Hinfällig ist in jedem Fall die einstweilige Anordung, die wir gegen den Baubeginn beantragt haben, weil der ursprüngliche Bebauungsplan nicht zum Einsatz kommt.

 

Werden Sie wieder Widerspruch gegen den Bebauungsplan einlegen?

 

Ich persönlich werde auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Es würde mich überraschen, wenn viele Leute ihre Meinung ändern. 

 

Werden Sie das Thema am heutigen Donnerstag bei der nächsten Gemeinderatssitzung besprechen? 

 

Das Thema ist nicht offiziell auf derTagesordnung. Ich werde es kurz unter „Sonstiges” anreißen, weil ich noch keine offiziellen Informationen habe. Wenn ich die habe,werden wir auch beraten und eine Entscheidung fällen. 

 

Befürchten Sie, dass es nach der Änderung der Pläne zu einer Spaltung im Gemeinderat kommen könnte?

 

Ich konnte bisher erst mit einigen Ratsmitgliedern sprechen. Die sind der gleichen Meinung wie ich: An den Nachteilen der Anlage ändert sich aus unserer Sicht wenig. Bei uns werden die meisten Sachthemen kontrovers diskutiert, Vor- und Nachteile werden abgewogen. Sollten einige Ratsmitglieder ihre Meinung zu diesem Thema ändern, ist das kein Weltuntergang. Insofern befürchte ich keine Spaltung im Rat.

 

Interview: Timo Leszinski


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.125
Datum:Donnerstag, den 31. Mai 2012
Seite:Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '9041006'
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