„Die Fronten sind verhärtet”

 

GÖLLHEIM: Eine Mehrheit für die Biogasanlage, fast ein Drittel für den Rücktritt des 1. Beigeordneten und der Wunsch nach einem stärkeren Eingreifen des Ortschefs: Das sind Resultate unserer Meinungsumfrage. Wir befragten Dieter Hartmüller dazu.

 

45,7 Prozent der in RHEINPFALZ-Auftrag befragten Göllheimer Bürger haben sich, wie am Samstag berichtet, für die geplante Biogasanlage ausgesprochen, 31,3 Prozent dagegen, 23 Prozent ist es egal.  Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

 

Im Grunde genommen überrascht mich das nicht. Es gab, wie wir alle ja wissen, auch unsachliche und irreführende Informationen. Inwieweit diese zur Meinungsbildung beigetragen haben, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist: Der Kreistag hat sich schon länger für Biogasanlagen ausgesprochen, ein gleiches Votum gab es im Verbandsgemeinderat. Ich gehe davon aus, dass der Ortsgemeinderat Göllheim gut informiert ist und nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden wird.

 

Wie wird das weitere Vorgehen der Gemeinde Göllheim sein?

 

In der nächsten Ratssitzung steht die Abstimmung auf der Tagesordnung. Derzeit werden alle, wirklich absolut alle Einwände sehr ernst genommen, einzeln bearbeitet und beantwortet. In der Ratssitzung werden die Einwände, Empfehlungen und auch die Stellungnahmen hierzu verlesen.  

 

Fast 50 Prozent der Befragten haben sich ein stärkeres Eingreifen Ihrerseits in Sachen Biogasanlage gewünscht. Wie stehen Sie dazu?

 

Die Fronten sind verhärtet. Da sind Freundschaften zerbrochen, ein Landwirt wurde mit anonymen Anrufen bedroht, es gab auch anonyme Flugblätter. Ich wollte die Wogen glätten und weitere Eskalation vermeiden. Öffentliche Stellungnahmen meinerseits hätten nur weitere Stellungnahmen und Leserbriefe nach sich gezogen.

Über den Sachverhalt haben wir als Ortsgemeinde in unseren Informationsveranstaltungen gut informiert, auch in der RHEINPFALZ sind alle Seiten mit ihren Argumenten ausführlich zu Wort gekommen. Besser hätte man nicht informieren können.* Deshalb habe ich mich mit weiteren Äußerungen bewusst zurückgehalten. In der Gemeinde wurde über ein Thema selten so umfangreich informiert.  

 

Die RHEINPFALZ hatte in der Umfrage auch nach der Rolle von Johannes Finck gefragt - als 1. Beigeordneter ist er immerhin Ihr Stellvertreter. De facto hat er aber in der Vergangenheit eher den Eindruck eines Oppositionsführers vermittelt. Fast ein Drittel aller Befragten hat seinen Rücktritt als 1. Beigeordneter gefordert. Wie ist Ihre Meinung dazu?

 

Das kann Johannes Finck nur mit sich selbst ausmachen.

 

Knapp die Hälfte der Befragten ist der Meinung, die Querelen im Gemeinderat werden sich wieder einrenken. Glauben Sie, dass künftig ein harmonisches Miteinander möglich sein wird?

 

Generell ist der Rat dazu verpflichtet, zum Wohle aller Bürger zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen. Die Veränderungen der Fraktionsstrukturen und die - wie ich meine - auch nicht gerade positive Darstellung unserer Gemeinde hat eine andere Denkweise, auch in den Fraktionen, hervorgebracht.

 

Wenn sich die Harmonie nicht einstellt, werden Sie dann klarer Position beziehen und auch mal auf den Tisch hauen?

 

Ich werde mich im Rahmen aller mir zur Verfügung stehenden, auch rechtlichen, Möglichkeiten darum bemühen, dass alle Ratsmitglieder sich an der Sache orientieren, um so Göllheim auch zukünftig weiter voranzubringen. Dazu bedarf es keiner unüberlegten Handlungen, auch wenn ich gerne einmal auf den Tisch hauen würde, sondern eines besonnenen Verhaltens. (ajh)

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau, Ausgabe: Nr.142
Datum: Dienstag, den 21. Juni 2011, Seite:Nr.13
"Deep-Link"-Referenznummer: '7802395'
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