„Wir müssen uns wehren”

LAUTERSHEIM: Bürgerinitiative gegen Biogasanlage gegründet

Die Gegner der geplanten Biogasanlage zwischen Göllheim und Lautersheim haben eine Bürgerinitiative gegründet. Rund 50 Bürger aus den Gemeinden rund um den geplantenStandort hatten sich zu diesem Zweck am Freitagabend in der Lautersheimer Dorfgemeinschaftshalle eingefunden.

 

Erfreut über den großen Zuspruch schon am ersten offiziellen Abend der Bürgerinitiative zeigte sich derLautersheimer Ortsbürgermeister Thomas Mattern. Vielen Menschen sei überhaupt nicht klar, was da auf die Region zukomme, ist Mattern überzeugt.

 

So werde der Anbau beispielsweise von Mais ganz andere Dimensionen als derzeit annehmen. Die Umnutzung sei „kein  Segen für die Landwirtschaft, sondern ein Fluch”, fügte das Gemeindeoberhaupt an, das auch einen deutlichen Eingriff in die Bodenwirtschaft und Tierwelt befürchtet.  

 Jeder einzelne Bürger habe das Recht, mit legalen Mitteln gegen die Errichtung einer Biogasanlage vorzugehen, erklärte Gerry Jansen, Initiator der Bürgerinitiative aus Göllheim.Rechtliches Mittel sei der Widerspruch nach dem Baurecht.  

„Wir stehen unter Zeitdruck”, so Jansen, denn die Fristen zur Gegenwehr liefen in der zweiten Juli-Woche bereits ab.


 

Eine Bürgerinitiative sei mit mehr Macht ausgestattet als eine Einzelperson und es gelte nun, diese Möglichkeit zu nutzen. In der wenigen verbleibenden Zeit müsse die Bevölkerung sensibilisiert werden. Man wolle erreichen,dass sich alle Gegner einer solchen Anlage auch formell dagegen aussprechen. Dabei wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative behilflich sein. Einspruch gegen die Biogasanlage könne jeder Mensch einlegen, egal wo er beheimatet sei, unterstrich Ortsbürgermeister Mattern.              Der jetzige Antrag der Betreiberfirma gehe deutlich über die ursprüngliche Form hinaus, so Jansen. Mittlerweile habe die Biogasanlage eine solche Dimension angenommen, dass die erforderlichen Substrate aus einem Umkreis von mindestens 15 Kilometern angeliefert werden müssten. Die Routen für den damit verbundenen Schwerlastverkehr gingen teils durch Ortschaften mit engen Gassen. Die vergrößerte Anlage solle nun behördlicherseits in einem vereinfachten Verfahren durchgebracht werden.  

 

„Wir müssen uns wehren, wir dürfen uns diesen Schritt nicht gefallen lassen”,betonte Jansen. „Krottelbach im Landkreis Kusel hat es geschafft,warum sollte uns dies hier in Göllheim nicht gelingen”, so Jansen weiter, der auf die Ablehnung einer Biogasanlage durch dieGenehmigungsbehörden nach massiven Protesten der Bevölkerung verwies.  

 

Vorstandssprecher Ralf Klawitter, schilderte detailliert, was seiner Ansicht nach auf die Bevölkerung zukommt. Beim Investor handele es sich um „ein Unternehmen, das durch seine Jahresgewinne oben mitspiele”.

 Deshalb habe es auch in der Politikein großes Gehör, leider zum Leidwesen der Bevölkerung, so Klawitter. „Riesige Flächen” seien für die Anpflanzung der Rohstoffe für die Biogasanlage notwendig - man gehe von 1000 und1500 Hektar Fläche aus. Ihm und seinen Mitstreitern gehe es nicht umdie Verhinderung von Strom- und Gasgewinnung, sondern um die Art und Weise der Gewinnung von Biogas. Wenn in solchen Anlagen beispielsweise Abfallstoffe wie die aus der Biotonne verwertet werden, sei dies zu begrüßen. Ablehnung bestehe aber in der Verwendung von Lebensmitteln, so wie es vor Ort geplant sei. Einer vernünftigen Lösung stelle sich die Bürgerinitiative nicht entgegen, sie sei auch gesprächsbereit, so Klawitter. Für die Initiative sind auch noch einige Fragen offen, beispielsweise dieangesprochene Verwendungen von Wasserstoff und eine eventuelle Herstellung von Trockeneis.


In der einstimmig verabschiedeten Satzung beschreibt sich die Bürgerinitiative „Durchblick” als ein Verein zur Förderung und zum Schutz von Lebens- und Wohnqualität der Bevölkerung, der Tierwelt und der Kulturlandschaft in der Region Göllheim und Umgebung.

Der Verein sei politisch unabhängig und verfolgt keine wirtschaftliche Interessen, betonte Gerry Jansen als einer der gleichberechtigten Sprecher des einstimmig gewählten Vorstands. Der Jahresbeitrag wurde auf zehn Euro festgesetzt. In einem ersten Schritt werden die Mitglieder in den kommenden Tagen Broschüren verteilen. Die nächste Zusammenkunft ist am heutigen Dienstag, 19 Uhr, diesmal im Dorfgemeinschaftshaus. Gäste sindwillkommen. (llw)


Der Vorstand - Gleichberechtigte Vorstandssprecher: Gerry Jansen (Göllheim) und Ralf Klawitter(Rüssingen);

Kassierer: Sascha Graf (Göllheim);  

Beisitzer: MarkusSalzmann (Lautersheim), Tina Jansen (Göllheim) und Günther Entenmann (Göllheim);

Kassenprüfer: Bernd Steinbrecher (Göllheim)und Jürgen Haas (Rüssingen), ihre Stellvertreter sind Sarah Becker und Larissa Jooß (beide Lautersheim). (llw)

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.140
Datum:Dienstag, den 19. Juni 2012
Seite:Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '9098402'
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Aktuell

Biogas-Gegner wollen Bürgerinitiative gründen

 

GÖLLHEIM/LAUTERSHEIM. Gegner der geplanten Biogasanlage zwischen Göllheim und Lautersheim wollen morgen, Freitag,

19 Uhr, in der Gemeindehalle Lautersheim (am Sportplatz) eine Bürgerinitiative gründen.  

Wie Markus Salzmann, einer der Inititatoren, mitteilt, sind alle interessierten Bürger aus Göllheim und Lautersheim* dazu eingeladen. (red)  

 

Quelle:

Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Donnersberger Rundschau

Ausgabe: Nr.136

Datum:Donnerstag, den 14. Juni 2012, Seite:Nr.15

"Deep-Link"-Referenznummer: '9087687'

Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

 

*Anm. Prpgoellheim:  

Selbstverständlich sind auch die Bürger aller anderen umliegenden Ortsgemeinden eingeladen!!!! 

Untenstehend finden Sie den Originltext der Einladung... 

 

Nein zur Agromethangasanlage Göllheim - Gründung einer Bürgerinitiative

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, viele von ihnen möchten den Bau der Agromethangasanlage Göllheim verhindern, haben aber das Gefühl alleine wenig ausrichten zu können und fühlen sich machtlos.  

 

Aber sie sind nicht machtlos, mit der Gründung einer Bürgerinitiative können wir diese Kräfte bündeln und nach dem Motto - gemeinsam sind wir stark - sogar vervielfachen.

 

Am Freitag, 15. Juni 19:00 Uhr in der Gemeindehalle Lautersheim (am Sportplatz), werden wir eine Bürgerinitiative gegen den Bau der Agromethangasanlage Göllheim gründen.  

 

Alle interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Göllheim und Umgebung sind herzlich zu diesem Treffen eingeladen.  

 

Alle sprechen von der Demokratieverdrossenheit - nutzen Sie hier ihre Chance Demokratie zu leben.

 

Gruß Markus Salzmann