„Arrogant und respektlos

 

LAUTERSHEIM: Bürgermeister Mattern kritisiert JUWI-Aussagen zu Biogasanlage

 

Als „arrogant, überheblich und respektlos” bezeichnet Lautersheims Ortsbürgermeister Thomas Mattern in einer Stellungnahme einige der Aussagen von Felix Wächter, dem Pressesprecher von Juwi, der Betreiberfirma der geplanten Biogasanlage bei Göllheim, in unserem Bericht vom 11. Oktober.

 

Mit diesen Worten beschreibt Mattern die Empfindungen, die viele Lautersheimer gehabt hätten, als sie Wächters Äußerungen zur geplanten Normenkontrollklage Lautersheims gegen die Anlage lasen.  

Wächter hatte von einer „unnötigen Belastung der Gemeindekasse” gesprochen. Das Geld hätte nach seiner Auffassung sinnvoller eingesetzt werden können.  

Bisher habe die Firma Juwi aufgrund ihres Engagements für erneuerbare Energien in weiten Teilen der Lautersheimer Bevölkerung ein äußerst positives Image gehabt, schreibt Mattern daraufhin. Mit dieser Äußerung habe Wächter dem Ansehen seines Arbeitgebers massiv geschadet, so der Bürgermeister.

 

Auch bestärkten Wächters Äußerungen, bereits im Rahmen des Abwägungsverfahrens habe Juwi darauf hingearbeitet, eine Klage zu vermeiden und den Prozess deshalb „möglichst sauber abgearbeitet", laut Mattern Vermutungen vieler Bürger, dass Juwi an der Formulierung der „von vielen als einseitig empfundenen Abwägungstexte wesentlich beteiligt war”, so Mattern.  

Eigentlich sei es Aufgabe der Verwaltung, die vorgebrachten Einwände objektiv und unabhängig abzuwägen, so der Bürgermeister.

 

Weiter kritisiert Mattern die Ankündigung Wächters, der Substratmix werde sich im Rahmen der verfügbaren landwirtschaftlichen Erzeugnisse immer wieder verändern. „Auf den Informationsveranstaltungen in der näheren Umgebung wurde seitens der Befürworter stets der Eindruck vermittelt, dass nur wenige nachwachsende Rohstoffe als Substratquelle eingesetzt werden.  

Aus diesem Grund sei auch das Risiko, welches von Substraten tierischen Ursprungs ausgeht, nicht relevant”, so Mattern.  

 

Wächters Aussagen steigerten nun nicht das Vertrauen, sie sorgten eher für mehr Skepsis. Denn zu den zugelassenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehörten auch Geflügelkot und Schafsmist, so Mattern. „Das ursprüngliche Vorhaben, der Einsatz von ausschließlich nachwachsenden Rohstoffe im engen Umkreis um die geplante Anlage, ist gescheitert!”, behauptet der Bürgermeister, der anstelle von Biogas aus Pflanzen auf die Erzeugung von Methangas aus Wind- und Sonnenenergie setzt. „Die Akzeptanz einer solchen Methangasanlage, zum Beispiel im Göllheimer Industriegebiet wäre zweifelsfrei größer”, ist sich Mattern sicher. (zin)

 

Quelle:  

Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.245
Datum:Freitag, den 21. Oktober 2011 Seite:Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '8242025'
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