Auschnitte aus dem Artikel: "Damit der Abfall nicht verkommt"von Christoph Strouvelle, 25.6.2012

 

Komplizierter Name, klare Aufgaben: Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas) am Umweltcampus Birkenfeld berät Gemeinden und Firmen, wie diese Emissionen vermeiden und damit sogar Geld verdienen können. Davon profitieren die regionale Wirtschaft und die Umwelt *.

 

Auch Formulierungen wie Emissionsvermeidung und Umweltcampus lassen bei dem Begriff Stoffstrommanagement einen rein ökologischen Hintergrund vermuten.  

Nachdem die Mitarbeiter des Ifas ermittelt haben, wo und warum ein Unternehmen ineffizient arbeitet, unterbreiten sie technische und wirtschaftliche Lösungsvorschläge. Dabei gehen die Mitarbeiter des Instituts unternehmerisch vor: Ziele und Zwischenziele setzen, Zeitpläne und Finanzpläne erstellen und die Emissionen möglichst auf null setzen.

Der Begriff Emissionen steht in den Augen des Leiters des Instituts für fehlende Innovation, nicht genutzte Optionen, steigende Kosten und zu wenige Arbeitsplätze. Erst dann komme für ihn der Umweltschutz. Ökologie ist für Heck lediglich ein "positiver Kollateralschaden". "Wir machen das nicht aus umweltpolitischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen", sagt Heck.**

Doch die regionale Wertschöpfung hört für Peter Heck hier noch lange nicht auf. Wenn er an Windräder denkt, hat er die Schuldensituation der Kommunen im Kopf. Immer mehr Gemeinden stellten den Betreibern von Windanlagen Flächen zur Verfügung, um von den Pachteinnahmen zu profitieren. Doch das ist Heck zu kurz gegriffen. Warum die Gemeinden die Windräder nicht selbst betreiben, fragt er. "Wenn sie eine Ölquelle hätten, würden sie diese auch nicht verpachten, sondern selbst Öl fördern." Er rechnet die möglichen Mehreinnahmen für die Gemeinden am Beispiel eines Windrads vor: Verpachtet eine Gemeinde Land, auf dem ein Betreiber eine 2,3 Megawatt-Anlage aufstellt, so bringt dies der Kommune in den kommenden 20 Jahren eine Wertschöpfung von 600.000 Euro. "Gründet sie aber eine Gesellschaft und betreibt das Windrad selbst, so steigen die Einnahmen aus dem Windrad um das zehnfache", sagt er. "Der Hunsrück könnte sich so selbst entschulden."

(...) 

Der Umweltcampus Birkenfeld ist ein Standort der Fachhochschule Trier. 1996 begannen 550 junge Menschen auf dem Gelände eines ehemaligen amerika8nischen Armeege8ändes mit ihrem Studium. Heute gibt es etwa 2400 Studierende am Umweltcampus in elf Bachelor-Studiengängen, drei dualen Bachelor Studiengängen und elf Master-Studiengängen in den Fachbereichen Umweltwirtschaft, 8Umwelt8recht und Umweltplanung sowie Umwelttechnik. Zudem gibt es 14 Forschungsinstitute und Kompetenzzentren. Der Umweltcampus beschäftigt 217 Mitarbeiter. 55 Professoren lehren am Campus. Das Institut für angewandtes Stromstoffmanagement (Ifas) gehört seit 2001 zur FH Trier am Umweltcampus Birkenfeld. Das Ifas beschäftigt derzeit 59 fest angestellte Mitarbeiter, sechs freie Mitarbeiter, 28 Hilfswissenschaftler, 12 Praktikanten, acht Bachelor- und sechs Masterstudenten. Es finanziert sich selbst und hat keinen externen Träger. Dienstleistungen werden den beratenen Kommunen in Rechnung gestellt. (...) 

 

Quelle:  

http://www.volksfreund.de/nachrichten/magazin/macher/MACHER-Damit-der-Abfall-nicht-verkommt;art8223,3230031

 

 

* Anmerk. Progoellheims: Dies dürfte im "Fall" Göllheim wohl mehr als fraglich

  sein...

    

** In Anbetracht solcher Aussagen dürfte es niemanden verwundern warum Heck  

   den Bau des Agromethankraftwerks bei Göllheim befürwortet... wo bleibt der  

   professorale Aufschrei als Reaktion auf ein solches "Gutachten"??