Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk!  

 

"Vielen Dank Herr Weigel!  

Mit dieser Stellungnahme haben Sie den Gegnern des Göllheimer Biogasprojektes ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk auf den Gabentisch gelegt.  

 

Sie beklagen, dass Bürger, die Sie zum Thema befragen,  "nichts wissen". Wessen Aufgabe ist es denn, die Bürgerinnen und Bürger über die geplante Anlage umfassend zu informieren?  

 

Ist das die Aufgabe der Gegner, oder ist  das in erster Linie die Aufgabe der Gemeinde, bzw. des potentiellen Betreibers?  

 

Wenn Sie als gewählter Vertreter, nach eigenen Angaben  

"bestens informiert" sind, sollten Sie wissen, dass zur Herstellung von Windgas eine Biogasanlage definitiv nicht erforderlich ist.   

Zum einen kann man den aus der Elektrolyse gewonnen Wasserstoff direkt ins Erdgasnetz einspeisen, zum anderen ist für eine Umsetzung des Wasserstoffs in Methan möglichst reines Kohlendioxid erforderlich. Dies kann aus verschiedenen Quellen  

(z.B. Industrie, Umgebungsluft)  für diesen Zweck aufgearbeitet werden.

Falsch ist somit nicht, wie von Ihnen behauptet, die Forderung der Biogasgegner, sondern Ihre Aussage zum Thema Windgas*.  

 

Auch Ihr Vergleich mit dem Weinanbau beim Thema Monokulturen zeigt deutliche Informationsdefizite. Der Weinanbau erfordert im Gegensatz zu Mais deutlich weniger Düngereinsatz, es gibt keine Problematik mit gebeiztem Saatgut, Bodenerosion und steigender Wildschweinpopulation. Die Liste mit Unterschieden ließe sich noch lange weiterführen.

 

Abschließend möchte ich zu Ihrem besseren Verständnis noch mal den Zusammenhang zwischen dem Anbau von Energiepflanzen in Europa und dem Hunger in Entwicklungsländern erläutern.  

Durch die globale Vernetzung der Agrarmärkte steigen die Preise für Mais auch aufgrund steigender Nachfrage aus dem Energiesektor. Diese Verteuerung geschieht nicht nur in Europa und in den USA sondern auch in Afrika und Südamerika.  

Es wird Getreide in den Entwicklungsländern angebaut, aber viele Menschen können die hohen Preise nicht mehr bezahlen.  

Den Gegnern des Energiepflanzenanbaus geht es nicht darum,  bei uns angebautes Getreide nach Afrika zu verschenken.  

 

Ob sich die Bürger bei diesem Thema völlig auf ihre bestens informierten gewählten Vertreter verlassen müssen, oder selbst die Möglichkeit erhalten, über die geplante Anlage abzustimmen, wird sich schon bald zeigen, wenn der Göllheimer Gemeinderat über die Durchführung einer amtlichen Einwohnerbefragung entscheidet." 

 

 

Thomas Mattern, Ortsbürgermeister Lautersheim, 20.12.2012
 

 

* Hinweis Progoellheims: 

Rückenwind für die Energiewende:  

Die sinnvolle Alternative zum Energiepflanzenanbau für  

NawaRo-"Bio"gasanlagen:  proWindgas von Greenpeace Energie

 

Anmerkung: Dieser Leserkommentar wurde von der Rheinpfalz (Donnersberger Lokalausgabe) am 05.01.2013 in veränderter Form, veröffentlicht.