Kommentar Progoellheims als offenerBrief zum Artikel der Rheinpfalz der Donnersberger Rundschau: "Leute lassen sich vor den Karren spannen" "Ortschef Pradella zur Biogas-Diskussion" vom  25.06.2011

 

Sehr geehrter Herr Pradella,  

 

wir geben hiermit unserer Hoffnung Ausdruck, dass sie die Planungsunterlagen über die geplante Methangasanlage in Göllheim konzentrierter studiert haben, als unsere Kritk an Frau Anja Hartmetz über die Art und Weise der Berichterstattung zum Thema.

 

Dann wüssten Sie in der Tat, dass sich diese nicht auf den Kommentar zum Ergebnis der Meinungsumfrage bezieht, sondern auf die 'Informationen' in den  Artikeln vom 11.06.2011 und vor allem der Stilart der vorangegangenen Kommentare im 'Donnersberger Echo', beginnend ab dem 14.05.2011, welche übrigens auf unsererSeite nachzulesen sind.

 

Wer sich in dieser Auseinandersetzung vor wessen Karren spannen lässt, dürfte wirklich zu einer spannenden Frage werden, die wir tatsächlich sehr gerne klären würden.

 

Auch den, zum wiederholten Male, geäußerten Vorwurf, wir attakierten den Göllheimer Bürgermeister Herrn Hartmüller, weisen wir als taktisches Mittel der Ablenkung und Personalisierung einer Sachdebatte von uns, uns geht es hier einzig und allein um die Sache undnicht um irgendwelche Machtspiele.

 

Die zu erwartendeVerkehrsbelastung in Bezug auf die Methangasanlage mit Einkaufsfahrten von Bürgern im Pkw zu vergleichen irritiert uns im selbigen Maße.

 

Abschließend weisen wir nochmalig überblickhaft auf die Sachargumente hin, die unseres Erachtens klargegen die projektierte Anlage, bzw. der Beschickung derselben mitnachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) sprechen:

 

- den enormen Flächenverbrauchan wertvoller Ackerfläche von mind. 650 ha für Energiepflanzenanbau, im Hinblick auf die jetzt schon bestehende weltweite Nahrungsmittelproblematik unddes bedeutenden Verlustes an Ackerboden in den letzten 30 Jahren von über 50.000 Quadratkilometern weltweit

 

- des energetischen Wirkungsgrades der Anlage im Vergl. zu einer Solarzelle von unter 0,5%, ohne Berücksichtigung des Primärenergieverbrauchsvon jährlich wiederkehrenden 4000 notwendigen Transportfahrten  

 

- der Standortwahl in einem landwirtschaftlichen Vorranggebiet mitallen negativen Folgen für das Landschaftsbild und den Erholungsfaktor und deszu erwartenden Wertverlustes der Immobilien der Einwohner

 

- die Beschickung derAnlage mit 50-60 % Energiemais (340 ha) und den daraus resultierenden Problemen, wie z.B. Bodenerosion, Nahrungsopportunismus v. Wildschweinen, Schädlingen wiedem Maiszünsler, Gefährdung der Bodenbrüter (z.B. der Feldlerche),Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch 4m hohe Maisfelder

 

- der zu erwartenden Verkehrsbelastung durch mindestens 4000 Transporte mit ca. 64.000 Tonnen im Jahr, da die Transporte selbstredend teilweise durch die Orte führen

 

- der ungeklärten Geruchsbelästigung durch Ausbringung der Gärreste auf den Anbauflächen

 

- der zu erwartendensteigenden Pacht für Ackerflächen und die damit verbunden Probleme für Bauern,die sich nicht an der Beschickung der Anlage beteiligen, bzw. Ökobauern dieeinen größeren Flächenbedarf haben

 

- der Subventionspolitikfür NawaRo–Anlagen, die Gelder für die Entwicklung zukunftsfähiger Technologienblockiert, die Entstehung von Maiskulturen fördert und den Lebensmittel- undStrompreis für die Verbraucher und die Industrie mittelfristig steigen lässt.


Diese Argumentationberuht im übrigen nicht etwa auf dem Gedankengut einiger weltferner Träumer undWeltverbesserer, sondern ist seit langem Teil wissentschaftlicher Erwägungen,wie etwa des 'Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung' , dem 'WWF' oder ganz real der 'Stellungnahme der deutschen Lebensmittelhersteller'.

Nachlesen lässt sich dieses in Publikationen wie die des 'Spiegel', der 'Zeit' , 'Der Wirtschaftswoche'

 

In Beiträgen von 'Panorama' , 'Report' ....also ernstzunehmender Medien, die sich wirklicheinmal mit den Problemstellungen von 'NawaRo-Anlagen' beschäftigen... 

 

Warum dieses bei uns nicht möglich ist und statt dessen ständig mit irgendwelchen Unterstellungen gearbeitet wird können wir nicht nachvollziehen.  


Mit freundlichen Grüßen,
 

 

Koch / Waltgenbach, Progoellheim